An einem Abend verlässt ein Mann eine dunkle Taverne und geht, wie
jeden Abend, seinen Weg zurück in seine Wohnung. Diesmal jedoch erscheint
der Weg viel länger als sonst und auch das Laufen ist anstrengender als
zuvor. Er hat das Gefühl, als ob ihn etwas behindert. Erschöpft bricht
der Mann zusammen. Er erkennt den Ort nicht wieder und ganz allgemein
scheint er sich, ohne, dass er es bemerkt hatte, von der Stadt entfernt zu
haben.
Die Morgensonne blendet ihn. Er blinzelt und bemerkt, dass er auf dem
Boden eingeschlafen ist. Langsam richtet er sich auf und schüttelt den
Sand von seinem Hemd. “Vielleicht”, so denkt sich der Mann,
“habe ich gestern etwas zu viel getrunken.” Er blickt sich um,
doch erkennt er jetzt, wo es hell ist, die Umgebung noch immer nicht
wieder. Weit und breit sieht er nur Berge aus Sand. Eine riesige Wüste
umgibt ihn. Wie kam ich nur hierher?
Unklar, in welche Richtung er gehen soll, beginnt er seinen Weg und
hofft mit jedem Schritt, seiner Stadt, seiner Wohnung, seiner Heimat näher
zu kommen. Er läuft lang und jeder Schritt wird zur Qual, denn der
Wüstensand ist fein und lässt ihn leicht versinken.
Nach vielen Stunden bricht er zusammen. Die Sonne steht direkt über
ihm und brennt unbarmherzig. Er ist durstig und fühlt sich verlassen.
Egal, wohin er auch blickt, sieht er nichts außer Wüste, Sand und noch
mehr Sand. Wobei er sich bei dem einen Berg nicht ganz sicher ist. Könnte
dies nicht vielleicht ein Haus sein?
Er sammelt all seine Kraft und geht voller Erwartung dorthin, wo er
bis eben noch ein Haus gesehen hat. Er läuft den nächsten Wüstenberg
hinauf und ist sich sicher, dass er das Haus jetzt erreicht haben müsste,
doch leider hat er sich geirrt.
Verzweifelt blickt er sich um und sieht das Haus hinter einem anderen
Berg. Noch schneller läuft er und bangt bereits, ob es sich nicht um eine
Halluzination handelt. Doch es ist real! Er erreicht das Haus mit letzter
Kraft. Jetzt nur einen Schluck Wasser! Er möchte eben nach Hilfe rufen, da
kommt ein blondes Mädchen auf ihn zu.
Als er sie anblickt, muss er blinzeln, doch kann er seinen Blick
einfach nicht abwenden. Seine Augen schmerzen, denn bei jedem ihrer
Schritte auf ihn zu spiegelt sich die Sonne auf ihrem ganzen Körper. Ihre
langen Beine, ihr Körper und Arme glänzen wie ein Rubin in der Sonne.
Ihre blonden Haare werden durch den Wind leicht bewegt, was ihr ganz
offensichtlich ausgesprochen gefällt. Sie lächelt ihn freundlich an, auch
wenn sie kein Wort zu ihm sagt. Der Mann selbst findet keine Worte und
bleibt stumm auf der Stufe sitzen. Er genießt diesen Moment, in dem dieses
Mädchen in sein Leben trat. Die perfekte Figur, die enge Kleidung und
dieses anbetungswürdige Lächeln geben ihm solch ein Glücksgefühl, dass
er sein eben gefühltes Leiden komplett vergisst.
Er weiß nicht, wie lange er sie einfach nur angesehen hat, wie sie
sich bewegt und ihn anlächelte. Auf einmal jedoch dreht sie sich um und
möchte in das Haus gehen. Er kann sich noch immer nicht rühren und
versucht ihr nachzurufen, doch er ist absolut stumm. Ein Schrei!
Der Mann reibt sich die Augen in seinem Bett. Ein Traum. Nur ein
Traum. Leider nur ein Traum.